So findest du die passende private Rentenversicherung für dich

November 30, 2018

So findest du die passende private Rentenversicherung für dich

Dass eine private Altersvorsorge nicht nur für Selbstständige sinnvoll ist, ist dir bestimmt schon bekannt. Die Frage ab wann die Altersvorsorge losgehen sollte, ist relativ einfach zu beantworten: Am besten so früh wie es geht – vielleicht sogar schon heute. Wie viel Geld du in deine Altersvorsorge privat investieren solltest, hängt von verschiedenen Faktoren ab und vor allem davon, ob du in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlst oder nicht. Und dann steht natürlich noch die Frage im Raum, welche Altersvorsorge-Möglichkeiten es überhaupt gibt. Ob Rürup-Rente oder Riester-Rente, fondsgebundene Rentenversicherung oder betriebliche Altersvorsorge: Was sich hinter diesen staubtrockenen Begriffen, die seitenweise unverständliche Verträge füllen, versteckt, verraten wir dir hier. Denn das wichtigste Ziel deiner privaten Vorsorge sollte sein, dass deine lebenslange Rente so gesichert wird, dass sie deinen finanziellen Bedarf nach getaner Arbeit tatsächlich decken kann. Nimm dir also 5 Minuten Zeit, lies unseren Artikel und entscheide dann, welche die beste private Rentenversicherung für dich ist.

Wie hoch wird meine gesetzliche Rente sein?

Bevor wir dir erklären, was sich hinter den sperrigen beamtendeutschen Begriffen versteckt, wollen wir dir eine Antwort auf die vielleicht brennendste aller Fragen geben. Wenn du wissen willst, wie hoch deine garantierte Rente zu Rentenbeginn sein wird, kannst du das (als Arbeitnehmer) ausrechnen. Die gesetzliche Rentenversicherung bietet nämlich einen Rentenrechner bzw. einen Rentenbeginn- und Rentenhöhenrechner sowie einen Rentenschätzer an. Natürlich findest du auch Anbieter wie finanzrechner.org, die dir helfen, deine Rente nach Steuern zu schätzen. So ein Netto-Rentenrechner gibt an, was dir nach den steuerlichen Abzügen bleiben wird. Und wer’s eilig hat nimmt für die erste grobe Schätzung den Rentenrechner 2020 von Smart-Rechner.de. Konkret sieht das so aus:

Hanna ist am 4. Mai 1994 geboren und hat mit 20 angefangen zu arbeiten. Ihr monatliches Bruttogehalt liegt bei 2.500 Euro. Laut dem einfachem Rentenrechner liegt ihre reguläre (normale) monatliche Rente (sprich die Regelaltersrente) bei 1.402 Euro brutto, wenn sie mit 67 Jahren in Rente geht.

Grundsätzlich gilt: Die staatliche Basisvorsorge der Deutschen Rentenversicherung ist null flexibel, da du als Arbeitnehmer bis zum Rentenbeginn einzahlen musst. Heißt: Du kommst vorher nicht an dein Geld. Eine einmalige Kapitalauszahlung ist komplett ausgeschlossen, aber wenigstens kannst du im Alter mit einer monatlichen Grundsicherung rechnen. Außerdem sind dein Partner und deine Kinder finanziell bis zu einem gewissen Grad abgesichert, wenn dir etwas zustoßen sollte.

Als Selbstständige/r kannst du frei entscheiden, ob du in das Pendant zur gesetzlichen Rente, die sog. Rürup-Rente, einsteigst. Diese „Ersatzrente für Freiberufler“ ist allerdings eher für Leute gemacht ist, die dauerhaft mit einem hohem Einkommen rechnen können. Denn wenn es mal eng wird, kannst Du deine Beitragszahlungen zwar aussetzen, aber die Änderung der Beiträge ist mit viel Papierkram verbunden und vorzeitige Auszahlung ist nicht. Außerdem solltest du sicher sein, dass du nicht im Ausland leben und arbeiten willst, da dann der viel beschworene Steuervorteil wegfällt.


Wie viel sollte ich für die private Altersvorsorge sparen?

Darauf gibt es eine klare Antwort: Am besten so viel, dass du deinen gewohnten Lebensstandard halten kannst. Pi mal Daumen heißt das, dass du auf eine Rente kommen solltest, die etwa 70 % deines letzten Nettoeinkommens beträgt. Wenn du Anspruch auf Rentenzahlungen aus der gesetzlichen Rentenversicherung hast (die Höhe kannst du mit verschiedenen Altersvorsorge-Rechnern kalkulieren), dann ziehe diese von deiner idealen Rente ab und du hast die Differenz (oder neudeutsch Rentenlücke), die es idealerweise zu überbrücken gilt. Für Freiberufler, die nicht über die „klassische“ Rentenversicherung grundversorgt sind, wird die Differenz natürlich größer – zum Glück gibt es zahlreiche Alternativen, um seine eigene Rente selbst in die Hand zu nehmen.


Ist eine private Rentenversicherung sinnvoll?

Das kommt sehr stark auf die Art der Rentenversicherung an. In eine klassische private Rentenversicherung zahlst du (wie bei der gesetzlichen RV auch) regelmäßig Beiträge ein und bekommst zu Rentenbeginn eine lebenslange Rente ausgezahlt. Das Ganze läuft also ganz ähnlich ab wie bei den bereits genannten staatlichen Vorsorge-Möglichkeiten – und ist damit genauso unflexibel. Dazu kommt die aktuelle Zinslage: Eine solche private Rentenversicherung kann nur niedrige Zinsen garantieren. Bei einer Garantieverzinsung von 0,9% bleiben nach Abzug aller Kosten laut Assekurata im Durchschnitt nur 0,1% übrig.

Mit einer Kapitallebensversicherung hingegen kannst du dir zu Rentenbeginn die gesamte Rentenzahlung einmalig auszahlen lassen und deine Familie für den Ernstfall mit absichern. Zudem kannst du deine Chancen auf höhere Rendite steigern, wenn du dich für eine fondsgebundene Lebensversicherung als Alternative zur Rentenversicherung entscheidest, bei der eine Fondsanlage mit der Versicherung verbunden wird. Aber Achtung, denn du investiert vor allem in Wertpapiere und hast deshalb keine Garantie auf die Höhe der späteren Beiträge bzw. auf die Höhe der Verzinsung. Zudem werden für eine solche private Altersvorsorge oft hohe Kosten für den Vertragsabschluss und die Verwaltung fällig, die die beworbenen Steuervorteile komplett zunichte machen können.

Unser Fazit: Niedrige Zinsen, hohe Kosten, hohes Risiko, keine Flexibilität: Die Modelle „private Rentenversicherung“ und „fondsgebundene Kapitallebensversicherung“ sind überhaupt nicht mehr zeitgemäß und in den seltensten Fällen noch eine passende Altersvorsorge-Möglichkeit.


Ist eine betriebliche Altersvorsorge oder ein Riester sinnvoll?

Arbeitnehmer können eine bAV (betriebliche Altersvorsorge) oder eine Riester-Rente abschließen. Diese Alternativen erhalten zwar eine staatliche Förderung, aber du solltest vorab durchrechnen, ob sich diese Art der privaten Vorsorge für dich lohnt, denn beides kann durchaus teuer werden. Die bAV ist nur dann wirklich top, wenn dein Arbeitgeber die Beiträge für dich komplett bezahlt, da bei der Auszahlung später Steuern und Sozialabgaben anfallen. Dazu kommt, dass du bei jedem Jobwechsel neu verhandeln musst, ob dein/e neue/r Chef/in die bAV wieder komplett übernimmt.

Mit der privaten Riester-Vorsorge kannst du dir zwar staatliche Zulagen sichern und die spätere Auszahlung ist so gut wie sicher – der Vertrag ist jedoch so intransparent und unflexibel, dass du am Ende nicht genau sagen kannst, ob sich die Riester-Rente für dich auszahlt. Du solltest nämlich mindestens 4 % deines Bruttoeinkommens einzahlen, damit du die staatlichen Zulagen voll ausschöpfen kannst, da diese sonst wegfallen.


Welche anderen Möglichkeiten der Altersvorsorge habe ich?

Neben Rentenversicherung und Co. gibt es natürlich noch andere Möglichkeiten für deine private Altersvorsorge. Einerseits lockt der Immobilienmarkt mit sehr niedrigen Zinsen für Kredite, was den Kauf von Immobilien attraktiv macht. Allerdings ist das Immobiliengeschäft nichts für Anfänger, denn Kauf und Verwaltung von Immobilien benötigen Zeit und Expertise, wenn man kein Verlustrisiko eingehen will. Und natürlich muss man die Kreditraten immer bedienen können, egal wie sehr das eigene Einkommen schwankt.

Eine weitere Möglichkeit für die Rente privat vorzusorgen ist die Investition in Wertpapieranlagen, also Aktien, Anleihen, Fonds, ETFs. Dafür ist es wichtig, sich im Vorfeld Gedanken darüber zu machen, wie hoch die Rendite sein soll, die du erzielen willst. Die goldene Regel lautet: Nicht alles auf eine Karte setzen, sondern das Geld in unterschiedliche Wertpapiere investieren. Außerdem unterscheiden sich Fonds hinsichtlich ihres Profils und ihrer Kosten enorm. Für Einsteiger mit Finanzwissen ist es durchaus sinnvoll, in sogenannte Indexfonds (auch Exchange Traded Funds genannt, kurz: ETF) zu investieren, die wie „normale Fonds“ breit gestreut anlegen, aber von ihren Kosten her eher günstig und mit weniger Risiko behaftet sind. Allerdings solltest du ein gutes Finanzwissen haben um hier eine fundierte Entscheidung treffen zu können.

Was ist denn jetzt die passende Altersvorsorge für mich?

Die beste Altersvorsorge ist ein Mix aus hohen Renditen, niedrigen Kosten, flexiblen Beitragszahlungen (auf die du im Ernstfall ohne große Umstände zugreifen kannst) und der Möglichkeit einer einmaligen Kapitalauszahlung statt eines festen Betrags, der monatlich ab Rentenbeginn ausgezahlt wird.


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Til Klein
#UnfuckAltersvorsorge ist das Motto von Ex-Banker und Vantik Gründer Til. Wenn er nicht gerade neue Pläne schmiedet oder mit Investoren spricht, spielt er mit seinem Hund Speedy in den Schweizer Bergen.

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