Selbstcheck 2.0: 10 Punkte für deine finanzielle Freelancer-Freiheit

March 4, 2020

Das Leben eines Freelancers ist herrlich: Frei und unabhängig, coole Projekte und nice Kunden plus Urlaub nach Wunsch – wer will da nicht nach den Sternen der Selbständigkeit greifen? Wenn da nur nicht diese verd*** Unsicherheit wäre. Denn wer als Freelancer finanziell auf einen grünen Zweig kommen will, muss Durchhaltevermögen beweisen, über gute Kontakte verfügen und wissen, wie man geschickt Rücklagen bildet – und zwar auf dem Geschäftskonto und fürs Alter. Normalerweise zahlen Freiberufler nicht in die Rentenkasse ein und wenn doch, ist die böse Rentenlücke trotzdem noch lange nicht geschlossen. Aber zurück auf Anfang: Das Freelancer-Leben kann tatsächlich herrlich frei sein, wenn man ein paar wichtige Punkte beachtet.

1. Bist du ein echter Freelancer-Typ?

Warum willst du dich selbstständig machen? Diese Frage steht vor allem zu Beginn einer Selbständigkeit im Raum und ist – so banal sie auch klingen mag – essentiell. Selbst wenn du bereits als Freelancer tätig bist, kannst du dir diese Frage von Zeit zu Zeit immer wieder stellen. Es gibt natürlich zahlreiche Gründe, warum man sich selbstständig machen will. Wichtig ist, dass du einen Hauptgrund für dich benennen kannst, der sich als roter Motivationsfaden durch dein Freelancer-Leben zieht – zum Beispiel „Ich will mein eigener Chef sein“ oder „Ich habe eine einzigartige Idee, die ich endlich umsetzen will.“

Dann ist es natürlich wichtig zu wissen, ob die Arbeit als Freelancer überhaupt zu dir passt. Wenn du die folgende Frage dreimal mit „Ja“ beantworten kannst, bist du schon auf dem besten Weg, dein eigenes Business zu starten: „Kannst du dich selbständig auf (d)ein Projekt konzentrieren, die Wünsche Deiner Kunden blind erkennen und bist du bereit, auch außerhalb der 9-to-5 Zeiten zu arbeiten?“

Schließlich steht noch die Frage nach dem monetären Erfolg deiner Unternehmungen im Raum, denn die freiberufliche Tätigkeit muss zur Finanzierung deines Leben reichen und zwar nicht nur jetzt, sondern auch später – Stichwort Altersvorsorge (> Punkt 10).

2. BP wie Business Plan

Wer in die Selbständigkeit startet, sollte nicht einfach wild drauf loslegen, sondern einen Blick in die Zukunft wagen. Anstatt die gute alte Glaskugel zu bemühen, solltest du einen realistischen Business Plan erstellen. Dieser sollte mindestens auf drei Jahre angelegt sein, damit du weißt, wohin deine finanzielle Reise geht. In diesem Plan hältst du nicht nur deine Einnahmen und Ausgaben fest (> Punkt 3), du weist bestenfalls auch Umsatz, Gewinn und Liquidität (den sog. Cash Flow) deines Unternehmens aus. Übrigens wirst du einen solchen Business Plan sowieso brauchen, wenn du einen Investor überzeugen, einen Kredit aufnehmen oder Fördermittel (> Punkt 6) beantragen willst. Nicht zuletzt hilft dir ein Business Plan zu evaluieren, ob du deine Ziele erreicht hast und um diese gegebenenfalls anzupassen. Ein guter Business Plan ist nämlich für eine dauerhafte Verwendung gemacht, sollte regelmäßig aktualisiert werden und kann über die Jahre hinweg einen interessanten Blick auf die Geschäftsentwicklung geben.

3. Einnahmen versus Ausgaben

Die Einnahmen, die du aus deiner Selbständigkeit erzielst, können schwanken – das ist ganz normal. Deshalb ist es wichtig zu wissen, wie dein Jahresumsatz aussieht und wie viel Geld du monatlich brauchst, um deine fixen Kosten wie Auszahlung deines Gehalts bzw. deiner Privatentnahme, den Krankenkassenbeitrag (> Punkt 7), Steuerabschläge, geschäftliche Anschaffungen usw. realisieren zu können. Wenn deine monatlichen privaten Ausgaben zum Beispiel bei 2.500 Euro liegen, und du im ersten Monat 6.000 Euro umsetzt und im nächsten Monat 1.500 Euro, kannst du dich mit den Einnahmen drei Monate lang bezahlen. Aber Achtung: Nicht alles, was du einnimmst, sollte für dein Einkommen wieder rausgehen, denn Steuern oder geschäftliche Investitionen (und wenn es nur ein neuer Computer ist) müssen auch damit bezahlt werden. Bestenfalls bist du schon nach kurzer Zeit in der Lage geschäftliche Rücklagen zu bilden, um einen Puffer zu haben, wenn du einige Zeit deutlich geringere Einnahmen erzielen solltest – das muss nicht an einer Auftragsflaute liegen, sondern kann auch ein Sabbatical sein ;-)

4. Geschäftliches und Privates trennen

Um den finanziellen Überblick zu behalten ist es empfehlenswert, ein separates Konto für dein Business zu eröffnen zum Beispiel bei Kontist. Das macht selbst dann Sinn, wenn du Einzelunternehmer bist, denn so vermeidest du zum Beispiel Geld auszugeben, das eigentlich für eine Steuerzahlung gedacht ist. Auch ist es für dich besser ersichtlich, welche Ausgaben geschäftlicher und welche privater Art sind.

5. Zahle dir regelmäßig Geld aus

Ein festes monatliches Einkommen zu haben hilft, seine privaten Ausgaben besser unter Kontrolle zu haben. Auch aus diesem Grund ist es sinnvoll, zwei Konten zu führen (> Punkt 4). So kannst du dir nämlich jeden Monat eine fixe Privatentnahme auszahlen, die deine privaten Kosten deckt (wie Miete, Strom, Heizung, Kleidung, Lebensmittel, Freizeit usw.). Der Vorteil liegt auf der Hand: Ein regelmäßiges „Gehalt“ sorgt für mehr Sicherheit. Wie bereits in unserem Artikel Der Selbstcheck: 10 Punkte für deine finanzielle Freiheit unter Punkt 1 geschrieben, empfehlen wir Freelancern einen festen monatlichen Geldbetrag festzulegen, der sowohl mit den privaten Ausgaben übereinstimmt als auch zu den geschäftlichen Einnahmen passt – heißt: Dein geschäftlicher Umsatz sollte nicht gleich sondern über deinen privaten Auszahlungen liegen, damit du noch einen Puffer für umsatzschwache Zeiten oder unvorhergesehene Ausgaben hast.

6. Zuschüsse und Fördermittel

Förderungen können eine gute Starthilfe in die Selbständigkeit sein. So ist der Gründungszuschuss der Bundesagentur für Arbeit für Freelancer, die aus einer Festanstellung in die Selbständigkeit wechseln, eine gute Stütze im ersten Jahr der neuen Tätigkeit. Akquise und Marketing nehmen gerade am Anfang einige Zeit in Anspruch und werden nicht bezahlt. Auch andere Beihilfen oder zinsgünstige Darlehen für Gründer sind durchaus in der heißen Startphase sinnvoll. Vergiss aber nicht, dass sämtliche Fördergelder zeitlich begrenzt und dafür gedacht sind, dein Business zum Laufen zu kriegen. Nach spätestens 24 Monaten (bzw. spätestens dann, wenn die Förderung ausläuft) solltest du dich mit deiner freiberuflichen Arbeit vollständig selbst finanzieren können.

7. Wahl der Krankenversicherung

Gesetzlich oder privat? Diese Frage stellt sich jedem Freelancer, der in Deutschland seine Tätigkeit anmeldet. Dabei ist es gar nicht so einfach dahinter zu steigen, welche die für dich am besten passende KV ist. Im Allgemeinen ist eine private KV in jungen Jahren deutlich günstiger als die freiwillige gesetzliche Versicherung. Allerdings gibt es ein Auswahlverfahren bei den privaten Anbietern, d.h. sie nehmen nicht jeden auf. Außerdem wird eine private Krankenversicherung mit zunehmendem Alter üblicherweise teurer. Welche Art der Versicherung sich lohnt, hängt von verschiedenen Faktoren ab, die individuell betrachtet werden müssen. Wenn du als Kreativer arbeitest, also hauptberuflich einer künstlerischen oder publizistischen Tätigkeit nachgehst, empfiehlt sich der Eintritt in die Künstlersozialkasse. Der Vorteil neben den in der Regel günstigeren Beiträgen ist, dass du auch in die Rentenversicherung einzahlst und somit später einen Anspruch auf die gesetzliche Rente hast, die wenigstens einen Teil deiner späteren finanziellen Absicherung übernimmt.

8. Werbetrommel rühren

Marketing und Kommunikation sind nicht nur für große Unternehmen relevant, sondern auch für Freelancer gut und sinnvoll. Für einen werbewirksamen Auftritt im Web brauchst du kein exzessiv hohes Budget, sondern vor allem ein bisschen Kreativität sowie ein paar grundlegende SEO- und CMS-Kenntnisse*. Heutzutage gibt es nämlich schicke und kostengünstige „Out-of-the-Box“ Lösungen, die sich nach Wunsch personalisieren lassen und die bereits SEO-Tools integriert haben. Bei der Simplyfree Acadamy gibt es gut erklärte Tutorials zu diesem und vielen weiteren Themen. Die gute alte Visitenkarte oder Flyer mit einer knackigen und aussagekräftigen Beschreibung deines Angebots kommen nie aus der Mode und kosten auch nicht die Welt. Nicht zuletzt sorgen ein professioneller Auftritt sowie Marketing-Aktionen dafür, den Verdacht auf Scheinselbständigkeit zu zerstreuen ;)

*SEO = Suchmaschinenoptimierung, damit man mit seiner Website bei Google gut gefunden wird und CMS = Content Management System, damit man seine Website selbst erstellen kann ;-)

9. Nutze dein Netzwerk

Die beste Werbung? Mund-zu-Mund-Propaganda! Pflege deine Kontakte und arbeite daran, dein Netzwerk zu erweitern. Wichtiger als die Anzahl der Kontakte ist die jedoch Qualität: Zehn zufriedene Kunden bringen mehr als 100 neue Social Media Business Kontakte, mit denen du noch nie zusammengearbeitet hast. Ein Tipp: Warte nicht nur darauf, dass jemand dich weiterempfiehlt, sondern sprich’ selbst aktiv Empfehlungen aus – Dankbarkeit ist ein mega Netzwerkverstärker ;-)

10. Sorge für deine Rente

Üblicherweise müssen sich Freelancer eigenverantwortlich um ihre Rente kümmern, denn in Deutschland zahlen nur Angestellte in die gesetzliche Rentenversicherung ein. Gerade für Freiberufler gilt also: Je früher du anfängst für deine finanzielle Absicherung im Alter zu sorgen umso besser! Bei der Wahl deiner privaten Altersvorsorge solltest du allerdings darauf achten, dass diese dich nicht einschränkt, wenn es zeitweise finanziell mal knapper wird. Unkündbare, intransparente Knebelverträge mit fixen Raten sind ebenso ungeeignet wie ein Sparkonto ohne Zinsen. Beide Wege können zum Rentenkiller werden, weshalb es besser ist, wenn du einen Weg wählst, der dir maximale Flexibilität bei guter Rendite und vergleichsweise geringen Kosten bietet – so wie Vantik.

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Til Klein
#UnfuckAltersvorsorge ist das Motto von Ex-Banker und Vantik Gründer Til. Wenn er nicht gerade neue Pläne schmiedet oder mit Investoren spricht, spielt er mit seinem Hund Speedy in den Schweizer Bergen.

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